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Die gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge ist im bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), §§ 1922 bis 1941 geregelt.

Danach erben die Angehörigen (Verwandte sowie Ehegatten), und zwar die Verwandten vorrangig je nach dem Grad der Verwandtschaft. Die Erben werden dabei in Ordnungen eingeteilt, siehe Graphik:

 

  • Der I. Ordnung gehören die Abkömmlinge des Erblassers an, also z.B. Kinder, Enkel. Urenkel.

  • Zur II. Ordnung gehören die Eltern des Erblassers sowie deren Abkömmlinge, also z.B. Brüder, Schwestern, Neffen, Nichten.

  • Zur III. Ordnung gehören die Großeltern sowie deren Abkömmlinge, also z.B. Onkel, Tanten, Cousins, Cousinen.

  • Zur IV. Ordnung gehörten dann die Urgroßeltern sowie deren Abkömmlinge usw.

Die Ordnungen sind dabei als eine Rangfolge zu verstehen, d.h. solange lebende Angehörige einer niedrigren Ordnung  existieren, gehen die jeweils höheren Ordnungen leer aus.

 

Innerhalb einer Ordnung schließt ein lebender Verwandter die weiteren nur mittelbar über ihn mit dem Erblasser Verwandten von der Erbfolge aus. Also je weniger Striche im Familienstammbaum nötig sind, um zu diesem Verwandten zu gelangen, um so höher der Rang in der Erbfolge. Ansonsten folgt die Erbfolge den Stämmen, also die Abkömmlinge eines vorverstorbenen Erben erhalten den Teil, welcher diesem ansonsten  zugestanden hätte.

 

Beispiel 1:

Ein Erblasser hat(te) einen Sohn und eine Tochter. Beide haben wiederum jeweils zwei Kinder (also Enkelkinder des Erblassers). Der Sohn ist jedoch zur Zeit des Eintritts des Erbfalls bereits verstorben. Dann erhält die Tochter eine Hälfte des Erbteils, deren Kinder erhalten nichts. Die Kinder des Sohnes erhalten jedoch das, was ansonsten dem Sohn gebührt hätte, nämlich die andere Hälfte, also jeder ein Viertel des Erbteils.

 

Beispiel 2:

Ein Erblasser hatte keine Kinder, aber seine Eltern leben noch. Dann erhalten die Eltern das Erbe, die Geschwister erhalten nichts, da die Eltern noch leben.

 

Beispiel 3:

Ein Erblasser hatte keine Kinder, seine Eltern leben auch nicht mehr, wohl aber seine beiden Geschwister. Dann erhalten die Geschwister jeweils die Hälfte, nämlich das, was ansonsten den Eltern zugestanden hätte.

 

Beispiel 4:

Ein Erblasser hatte keine Kinder, seine Eltern leben auch nicht mehr, aber eine Schwester lebt noch. Die Schwester hat zwei Töchter (also die Nichten des Erblassers). Außerdem leben zwei Söhne seines verstorbenen Bruders (also die Neffen des Erblassers). Dann erhält die Schwester des Erblassers die Hälfte, deren Töchter (die Nichten) erhalten nichts. Die Söhne des verstorbenen Bruders (die Neffen) erhalten jedoch das, was ansonsten dem Bruder zugestanden hätte, nämlich die andere Hälfte, also jeder ein Viertel.

 

Beispiel 5:

Ein Erblasser hatte keine Kinder und keine Geschwister. Die Eltern und Großeltern sind verstorben. Es lebt jedoch noch ein Onkel, dieser hat zwei Söhne (Cousins des Erblassers). Außerdem gibt es eine bereits verstorbene Tante, diese hatte zwei Töchter (Cousinen des Erblassers). Dann erhält der Onkel die Hälfte, sein Söhne (die Cousins) erhalten nichts. Die Töchter der verstorbenen Tante (die Cousinen) erhalten die Hälfte, welche ansonsten der Tante gebührt hätte, also jede ein Viertel.

 

 

 

Das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten

 

Voraussetzung: Die Ehe hat zur Zeit des Erbfalles bestanden. Hatte der Verstorbene die Scheidung bereits beantragt und lagen die Voraussetzungen der Scheidung vor, so entfällt das Ehegattenerbrecht, obwohl die Ehe noch besteht. Ein nichtehelicher Lebenspartner hat kein Erbrecht.

 

Der überlebende Ehegatte erhält:

  • neben Verwandten der I. Ordnung ein Viertel,

  • neben Verwandten der II. Ordnung oder neben Großeltern die Hälfte,

  • wenn keine Verwandte der I. oder II. Ordnung und auch keine Großeltern leben, die ganze Erbschaft.

Wenn der (gesetzliche) Güterstand der Zugewinngemeinschaft bestand, so erhält der überlebende Ehegatte gemäß § 1371 BGB darüber hinaus ein weiteres Viertel. Dadurch gilt der Zugewinnausgleich bei Beendigung des Güterstandes durch den Tod eines Ehegatten pauschal als abgegolten.

 

Der überlebende Ehegatte kann jedoch die Erbschaft ausschlagen, statt dessen den Pflichtteil verlangen, sowie einen rechnerisch nach §§ 1373 bis 1390 BGB zu ermittelnden Zugewinnausgleich verlangen. Dies könnte für ihn günstiger sein, falls sich ein hoher Zugewinnausgleichsanspruch errechnet.

 

 

Der Staat als gesetzlicher Erbe

 

Ist kein Verwandter und kein Ehegatte vorhanden, so ist der Staat gesetzlicher Erbe (der Fiskus des Bundesstaats). Der Staat kann die Erbschaft nicht ausschlagen (§ 1942 Abs. 2 BGB).

 

Weiter: Wie macht man ein Testament?

 

Pflichtteil vermeiden gesetzliche Erbfolge Testament
Pflichtteil Erbschaftssteuer Rechtsstellung des Erben
Pflichtteilsanspruch Entziehung des Pflichtteils Pflichtteilsergänzungsanspruch
Testamentseröffnung Ausschlagen der Erbschaft Erbschein
Überschuldeter Nachlass Erbengemeinschaft Teilungsversteigerung

immoinrent Beratungsges. mbH | mail@enterben-richtig.de